Connecting. Ballett, Hip-Hop und Musical direkt am Talent-Campus: Der SBW Talent-Campus Bodensee öffnet seine Räume seit diesem Sommer auch für Tanz- und Musikangebote der Musikschule Kreuzlingen. Davon profitieren nicht nur die eigenen Lernpartnerinnen und Lernpartner.
KREUZLINGEN – Am Talent-Campus Bodensee wird seit diesem Sommer nicht nur gelernt, sondern auch getanzt. In Kooperation mit der Musikschule Kreuzlingen finden in den Räumlichkeiten des TCB Ballett- und Hip-Hop-Kurse sowie das Musicalangebot «Sing & Dance» statt. Das Angebot richtet sich auch an externe Kinder und Jugendliche.
Zugang schaffen
«Wir möchten unseren Lernpartnerinnen und Lernpartnern den Zugang zu musikalischen und kreativen Angeboten möglichst einfach machen und ihnen zusätzliche Möglichkeiten zur persönlichen Entfaltung bieten», sagt Sarah Rappold, Co-Gesamtleiterin des SBW Talent-Campus Bodensee. Dahinter steht ein Grundgedanke, der am TCB eine wichtige Rolle spielt: Connecting. Gemeint ist, Brücken zu bauen zwischen Menschen, Talenten, Disziplinen und Lernorten.
Entstanden ist die Kooperation eher beiläufig. Der Erstkontakt kam über Lernbegleiter Konrad Jaromin, der am Talent-Campus Klavierunterricht anbietet. Eltern fragten ihn mehrfach, ob neben dem Klavier auch weitere Instrumente angeboten werden könnten. Da Jaromin selbst ausschliesslich Klavier unterrichtet, nahm er Kontakt zur Musikschule Kreuzlingen auf.
Win-Win-Situation
Die Musikschule zeigte sich offen für ein gemeinsames Gespräch. «Dabei wurde schnell klar, dass eine Partnerschaft für beide Seiten interessant sein könnte», erzählt Rappold. Die Musikschule ist daran interessiert, neue Schülerinnen und Schüler zu gewinnen. Der Talent-Campus kann seinen Lernenden und deren Familien zusätzliche Angebote direkt vor Ort zugänglich machen.
Hinzu kommt ein praktischer Vorteil: Die Räume des Talent-Campus sind am Abend grösstenteils frei, während die Musikschule teilweise zusätzliche Unterrichtsräume benötigt. Umgekehrt verfügen verschiedene Musiklehrpersonen am Vormittag über freie Kapazitäten. So entstehen neue Möglichkeiten für Unterricht, ohne dass der Talent-Campus eigenes Fachwissen in Musik und Tanz aufbauen muss.
Kompetenzen, die sich ergänzen
Für Sarah Rappold ist gerade diese Verbindung interessant. Die eigenen Lehrpersonen und externen Musikpädagoginnen und -pädagogen arbeiten Seite an Seite. «So entstehen neue Begegnungen, frische Impulse und ein inspirierendes Lernumfeld, in dem sich unterschiedliche Kompetenzen gegenseitig bereichern.»
Die ersten Erfahrungen bestätigen den Ansatz. Sämtliche auf der TCB-Website ausgeschriebenen Kurse konnten im ersten Quartal durchgeführt werden. Die erforderliche Mindestteilnehmerzahl von sechs Personen wurde überall erreicht. Teilweise sind noch einzelne Plätze frei. Zusätzlich sind bereits fünf weitere Instrumentallektionen zustande gekommen.
Ein Haus, das sich öffnet
Die Kooperation erweitert nicht nur das Freizeit- und Bildungsangebot am Talent-Campus. Sie bringt auch Menschen ins Haus, die sonst keinen direkten Bezug zum TCB hätten. Der Campus kann sich dadurch nach aussen öffnen und neue Familien und Interessierte kennenlernen.
Für die Musikschule wiederum entstehen neue Unterrichtsmöglichkeiten und zusätzliche Kundinnen und Kunden. Gleichzeitig wird die Raumsuche entlastet.
Positive Zwischenbilanz
Auch Valentin Metzger, Schulleiter der Musikschule Kreuzlingen, zieht eine positive Zwischenbilanz: «Die Kooperation ist für beide Seiten ein grosser Erfolg. Die Musikschule Kreuzlingen kann ihr breites Angebot weiter ausbauen und die Schüler des TCB profitieren von kurzen Wegen und professionellem Musik- und Tanzunterricht direkt auf dem Campus.»
Aus einer Anfrage von Eltern ist so eine Zusammenarbeit entstanden, von der beide Seiten profitieren. Und aus Räumen, die am Abend sonst leer stehen würden, werden Orte für Musik, Bewegung und Begegnung. Das ist Connecting in seiner einfachsten Form: Jemand hat eine Frage, jemand kennt jemanden, zwei Institutionen kommen ins Gespräch, und plötzlich entsteht etwas, das vorher noch nicht da war.